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Brennstoffzelle erhält Einzug auf Schiffen

2 Februar 2009 451 mal gelesen Keine Kommentare

Reisen per Kreuzfahrtschiff ist zwar ein sehr schönes Hobby, aber leider kein sehr umweltfreundliches. Um die schwimmenden Städte mit Energie zu versorgen, werden im Maschinenraum mehr als 100 Tonnen Öl verbrannt – pro Tag. Brennstoffzellen könnten aber schon bald für eine bessere Ökobilanz sorgen.

Auf der Konferenz Shipbuilding, Machinery and Marine Technology in Instanbul sagte Dr. Zabi Dabar von der Schiffs-Klassifikationsgesellschaft Lloyds Register, dass Brennstoffzellen bereits in rund drei Jahren zunächst für die Bordstromversorgung (Hotelbetrieb) genutzt werden könnte. Bis das System das komplette Schiff inklusive Antrieb ersetzt, dauere es aber noch 20 bis 30 Jahre.

Schon heute werden moderne Kreuzfahrtschiffe von Elektromotoren angetrieben: Sie übertragen ihre Kraft entweder direkt (Podantrieb) oder über eine Kurbelwelle an den Propeller. Die Elektrizität wird aber derzeit meist von Schiffsdieseln erzeugt, die aufgrund der Verbrennung von Ölprodukten CO2 emittieren.

Die Automobilbranche forscht bereits seit den Neunzigern an Brennstoffzellen. Zu einem Serieneinsatz ist es bislang nichtgekommen. Zwar scheinen die technischen Schwierigkeiten mittlerweile weitgehend gelöst, die Kosten sind aber zu anderen Antriebsformen nicht konkurrenzfähig.

Auch im maritimen Bereich ist die Brennstoffzelle schon angekommen. Das Ausflugsschiff Alsterwasser fährt  n Hamburg seit Mitte 2008 ohne CO2-Emissionen über die Alster. Aber auch hier handelt es sich um einen Versuchsträger. Um ein 300 Meter langes Kreuzfahrtschiff auf diese Weise anzutreiben, bedarf es eben deutlich größerer Anlagen, was die Kostennachteile maximiert.

Auch unabhängig von der Brennstoffzelle wird die Umweltverträglichkeit in den nächsten Jahren zunehmen – alleine schon um den Verbrauch des kostspieligen Öls zu senken. Im Hotelbereich sparen neue Beleuchtungssysteme wie LEDs und effizientere Klimaanlagen Strom. Strömungsgünstige Rumpfformen sorgen dafür, dass auch für den Antrieb weniger Strom benötigt.

In Sachen Effizienz dürfte derzeit die auf der Meyer Werft gebaute Celebrity Solstice der Benchmark sein. Es handelt sich um den ersten Vertreter einer neuen Schiffsklasse, bei deren Entwurf dieses Ziel ganz oben stand.

Laut Reederei benötigt der 122.000-BRZ-Kreuzfahrer unter anderem dank einer strömungsgünstigeren Rumpfform für den Antrieb nicht mehr Energie als die mit 90.000 BRZ deutlich kleinere Millennium-Klasse. Von der MSC Fantasia, die ebenfalls in dieser Disziplin glänzen soll, sind mir keine Zahlen bekannt.

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